Anton Dobiáš

Schuhmachergehilfe. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1889    † 1943

 

Lebenslauf

Anton Dobiáš wurde am 7.6.1889 in Wien geboren. Er arbeitete als Schuhmachergehilfe. Von 1920-21 war er Mitglied der SDAPÖ und des republikanischen Schutzbundes. 1937 war er für drei Monate im Anhaltelager Wöllersdorf inhaftiert. Er war Funktionär der illegalen KPÖ.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 15. 7. 1941 wurde Anton Dobiáš verhaftet, und am 1. 10. 1942 gemeinsam mit Josef Jurdak, Franz Stampfl, Viktor Mrnustik, Josef Meslinger und Alois Picher (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 7.1.1943 erfolgte seine Hinrichtung im Landesgericht I in Wien.

Aus dem Urteil

„Der Angeklagte Dobiáš wurde Anfang 1941 von dem Angeklagten Jurdak aufgefordert, für die KPÖ tätig zu werden. Jurdak übergab ihm die Leitung des bisher von ihm selbst betreuten Rayons II. Er übernahm fortan die Beitragsgelder, und zwar erhielt er im April 1941 durch Stampfl von der Zelle Steyr-Werke 35. – RM und von der Zelle Heller einmal 6. – und einmal 14. – oder 18. – RM. (…) Ferner betätigte sich der Angeklagte Dobiáš als Lit.-Apparat des Bezirks Favoriten.“

Gedenktafeln, Mahnmal

Sein Name steht auf den Gedenktafeln Wien 10 (Leibnitzgasse 10 und Neilreichgasse 100), ebenso auf dem am 6. 7. 1946 enthüllten, von der tschechoslowakischen Sektion der KPÖ gestifteten Mahnmal am Wiener Zentralfriedhof, Gruppe 42.

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Texte aus Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Bühnenbild Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Alle anderen Bilder: Privatbesitz / Verein Zur Erinnerung

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

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